Brot für die Welt

„Die Kollekte am Ausgang ist bestimmt für Brot für die Welt.“ So oder so ähnlich hat es – ich behaupte mal – jede Leserin und jeder Leser des Gemeindegrußes in unserer Kirche schon einmal gehört. Wenn ich die Abkündigungen formuliere, brauche ich bei „Brot für die Welt“ keinen Erläuterungstext schreiben. Die Aktion, für die gesammelt wird, heißt so wie ihr Programm. Name, Aufgabe und Ziel sind identisch: „Brot für die Welt.“ Eine geniale Idee, dieser Name!

Für „Brot für die Welt“  sammeln wir an großen Festtagen, am Erntedankfest und zu Weihnachten. Wenn ich an diesen Festtagen mit dem Kollektenteller am Ausgang stehe, sehe ich in den Augen der Gottesdienstbesucher und höre an der Tonlage ihres Grußes Dank und Freude über die gesegnete Ernte oder über das Kind in der Krippe. Freude und Dank spiegeln sich auch in den Kollektentellern: Sie sind voll, aber relativ leicht, weil viele Scheine eingelegt wurden.

Aber was heißt das genau, wenn wir für „Brot für die Welt“ sammeln? Werden von dem gesammelten Geld Lebensmittel für die Menschen gekauft, die unter einer Dürrekatastrophe oder den Folgen von Überschwemmungen und Erdbeben leiden? Nein, dafür gibt es die Diakonie-Katastrophenhilfe. Sie organisiert die kirchliche Hilfe in akuten Notfällen.

Wenn wir für „Brot für die Welt“ sammeln, dann geht es immer darum, arme und ausgegrenzte Menschen zu befähigen, aus eigener Kraft ihre Lebenssituation zu verbessern. Schwerpunkte der Arbeit sind die Ernährungssicherung, die Förderung von Bildung und Gesundheit, die Achtung von Menschenrechten und die Bewahrung der Schöpfung.

Wir glauben, dass Gott die Welt geschaffen hat. Die Bibel hat eine klare Note für die Schöpfung: sehr gut, alles! Unsere Aufgabe ist es, diese sehr gute Schöpfung Gottes zu bewahren.

Und wir hören auf Jesus Christus, der uns auffordert: Du sollst Gott, deinen Herren, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.

Dazu passt die Aktion „Brot für die Welt“ perfekt. Wir wollen Gottes gute Schöpfung bewahren helfen und dabei mitwirken, dass alle Menschen einen gerechten Anteil an den Gütern der Welt haben: Bildung für die Kinder, medizinische Versorgung, gerechte Bezahlung der Arbeit, zu essen und zu trinken für alle Menschen. 55 Jahre gibt es diese Aktion mittlerweile. Vielleicht erinnern Sie sich: Zum 50. Geburtstag war das Brotmobil von „Brot für die Welt“ einige Tage in Schüttorf zu Gast. Zum Standort auf dem Parkplatz am Gemeindehaus kamen unter anderem Konfirmanden-, Schüler- und Kindergartengruppen und haben dort viel über „Brot für die Welt“ erfahren.

Die Aktion „Brot für die Welt“ arbeitet in einer Reihe von Projekten. In Bangladesch heißt ein Projekt zum Beispiel „ Gebt uns unser Land!“ Ein beträchtlicher Teil der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ist in Bangladesch in staatlichem Besitz. Es gibt ein Gesetz, das anordnet, das Land an die Armen zu verteilen. Korruption und der Widerstand der wohlhabenden Elite verhindern, dass der Wille des Gesetzgebers Wirklichkeit wird. „Brot für die Welt“ unterstützt die arme Landbevölkerung, ihre Rechte durchzusetzen.

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