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  • Monatslied für Juli EG 408: Meinem Gott gehört die Welt

    Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder kennen unser Monatslied, so war es zumindest im letzten Gemeindegruß zu lesen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das Lied hat eine eingängige Melodie und einen nicht minder einprägsamen Textinhalt. In wunderbar einfacher und klarer Sprache werden mithilfe vieler Bilder Grundaussagen des Glaubens beschrieben: Gott gehört alles, was ich sehe, selbst „der Raum“ und „die Zeit“ und „die Ewigkeit“ sind sein (vgl. Str. 1). Er behütet mich, trägt mich in seinen Händen und gibt mir alles, was ich brauche. Gott hilft mir, wenn ich in Not bin und vergibt mir – unvorstellbar - meine Schuld.

    War das Lied bis hierher ein Glaubensbekenntnis (Str. 1-4), so wechselt der Sänger in den beiden letzten Strophen zum persönlichen Gebet: Gott, du bist so groß, und ich bin bei dir, geborgen wie bei der Mutter, „bedeckt“ mit deiner Liebe. Dir gehöre ich, ob ich lebe oder sterbe. Später werden die Kinder gemeinsam mit den Erwachsenen die Worte des Heidelberger Katechismus sprechen: „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“ In der letzten Strophe unseres Monatsliedes wird die gleiche Frage gestellt und ebenso Antwort gegeben. „Und im Leben und im Tod, bin ich dein du lieber Gott!“ (Str. 6) Wie schön, dass die Kinder in den Kindergärten dieses Lied lernen.

    Der Text des Liedes stammt von Arno Pötzsch, von dem wir bereits einmal ein Passionslied gesungen haben („Ich steh an deinem Kreuz, Herr Christ“). Wie viele seiner Gedichte und Lieder, so entstand der Text angesichts der Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Die Melodie komponierte Christian Lahusen. Als Sohn einer Kaufmannsfamilie wuchs er in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, auf dem Kolonialsitz der Familie auf und wurde mit 13 Jahren nach Wernigerode geschickt, um hier seine Schule zu beenden. Ein anschließendes Musikstudium brach er ab und bildetet sich autodidaktisch weiter. Lahusen schrieb hauptsächlich geistliche und weltliche Vokalwerke. „Wisst ihr noch, wie es geschehn“ oder „Wir glauben Gott im höchsten Thron“ sind weitere Beispiele von Liedern, die er komponierte und die in unserem Gesangbuch aufgenommen wurden.

    Jenni Meister

  • Gottesdienst in besonderer Form

    Einladung zum Gottesdienst in besonderer Form am 14.07.2013

  • Erstes Schüttorfer Relionsgespräch im Kunstwerk Schüttorf

    1902 erschien ein Buch von William James mit dem Titel „Die Vielfalt der religiösen Erfahrungen“. Es werden dort wertfrei die vielfältigsten Formen der religiösen Erfahrungen beschrieben unter dem Leitsatz, dass religiöse Erfahrungen zum Menschsein absolut dazu gehören und das Menschsein ausmachen. Prof.Graf Dürckheim spricht religionsneutral auch von Seinserfahrungen, die in so verschieden Situationen wie in der Natur, im Ritus, in der Kunst, in der Erotik etc. geschehen.

    In dem ersten „Schüttorfer Religionsgesprächen“ möchten wir über unsere persönlichen Religionserfahrungen sprechen und darüber wie diese Erfahrungen unseren Alltag tragen und prägen.

    Es sind die geistlichen Träger der verschiedenen Schüttorfer Religionsgemeinschaften eingeladen worden und es verspricht ein sehr dialogischer Abend zu werden. Dieser Abend findet am 04.Juli 2012 im KunstWerk Schüttorf, Ohner Str. 12 statt.

    Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Das KunstWerk würde sich über eine kleine Spende sehr freuen.

    Thorsten Norgall

  • Examenspredigt

    Erinnern Sie sich noch? Der Theologiestudent Hannes Brüggemann war vom 3. März bis zum 11. April 2010 für ein Praktikum in unserer Gemeinde. Mittlerweile steht sein Examen bevor und er wird am Sonntag, den 22. Juli, seine Examenspredigt bei uns halten.

  • Feldpostbriefe

    2010 war zum Volkstrauertag in den GN ein großerArtikel über die Feldpostbriefe von Heinz Fischer zulesen. Diese Feldpostbriefe haben nicht nur den Weg aus den Kriegsgebieten in die Schüttorfer Heimat gefunden, sondern sind auf mancherlei Umwegen nun der Kirchengemeinde zugänglich gemacht worden. Heinz-Dieter Assmann, gebürtiger Schüttorfer, hat die Briefe seines Onkels aufgekauft und stellt sie uns in Schüttorf zur (sorgsamen) Verfügung. Assmann schreibt: „Wenn in späterer Zeit nur einem Betrachter der Anblick dieser Briefe die Schrecken des Krieges zur Wirklichkeit werden ließe, wären wir unserer Verantwortung nähergekommen.“

  • Vorstellung Dr. Matthias Reckzügel

    Dr. Matthias Reckzügel„Der Auftrag zur Verkündigung des Wortes Gottes ist der ganzen Gemeinde gegeben. Sie soll Gemeindeglieder, denen die Gabe der öffentlichen Wortverkündigung gegeben ist, in Dienst nehmen und sie nach Maßgabe dieses Kirchengesetzes aufgrund erfolgter Ausbildung zu Ältestenpredigern oder Ältestenpredigerinnen im Ehrenamt ordentlich berufen“. So ist das Amt des Ältestenpredigers oder der Ältestenpredigerin in der Rechtssammlung der Evangelisch-Reformierten Kirche verankert! Voraussetzung für die Berufung in dieses Amt ist eine Lehrzeit und die Wahrnehmung des Dienstes als Lektor oder Lektorin in der Gemeinde.

    Nach der Entscheidung des Kirchenrates, das Amt der Ältestenpredigerin bzw. des Ältestenpredigers wieder zu besetzen, habe ich mich bereit erklärt, die mehrjährige Ausbildung zu absolvieren. Im Kirchenrat wurde daraufhin ein entsprechender Beschluss gefasst.

    Wie erwähnt, ist für die weitere Ausbildung u. a. die Tätigkeit als Lektor Voraussetzung, das heißt, dass ich bis zur Berufung sog. Lesepredigten halten werde, Predigten, die andere geschrieben haben und von dem Lektor vorgelesen werden. - Sie werden mich also in den nächsten Monaten bzw. Jahren auf der Kanzel sehen, bzw. Predigten von mir hören. Daher möchte ich mich Ihnen, liebe Gemeindeglieder, kurz vorstellen.

    Mein Name ist Matthias Reckzügel, ich bin 45 Jahre alt, verheiratet und Vater dreier Kinder. Als promovierter Ingenieur bin ich als Professor für innovative Energiesysteme an der Hochschule Osnabrück tätig. Hier kümmere ich mich u.a.als wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums Energietechnik um Fragen der Energieeffizienz und Energieversorgung. In meiner Freizeit bin ich auch im Vorstand des Sportfischerverein Schüttorf e.V. für die Pressearbeit verantwortlich. Vor knapp drei Jahren wurde ich in den Kirchenrat gewählt, dort bin ich im Bau-Ausschuss, als Umweltbeauftragter und Umweltmanagementbeauftragter in der Gemeinde aktiv.

    Im Rahmen meiner Ausbildung zum Ältestenprediger nehme ich an verschiedenen Lehrgängen teil und treffe mich regelmäßig mit meinem Mentor, Pastor Fender - für diese Betreuung möchte ich ihm an dieser Stelle meinen besonderen Dank aussprechen, ebenso wie Pastorin Laaser, die ebenfalls für Rat und Tat während der Ausbildung zur Verfügung steht.

    Auf diese für mich neue Tätigkeit freue ich mich sehr - ebenso auf die weitere Fortsetzung der Ausbildung, die mir viele neue Sichtweisen eröffnet. Ich freue mich auch auf die Gelegenheit, Sie am 29.07.2012 im Gottesdienst zu meiner ersten Predigt zu begrüßen.

    Dr. Matthias Reckzügel
  • 50 Jahre Diakonieausschuss der Kirchengemeinde - Interview mit Mathilde Talle

    Frau Talle, wie sind Sie darauf gekommen, Diakonin zu werden?

    Diakonie heißt Helfen, Danken und Dienen. Mit diesen drei Worten habe ich schon in jungen Jahren Erfahrung gemacht. Anderen Menschen zu helfen ist auch heute noch eine Herausforderung für mich. Man bekommt besonders von älteren Menschen viel Dank zurück. Vor 27 Jahren wurde ich gefragt, ob ich nicht im Diakonieausschuss tätig werden möchte, dazu habe ich ja gesagt, und ich bereue bis heute noch keine Stunde. Ganz besonders ist mir die Begegnungsstätte ans Herz gewachsen. Wo wir jede Woche viele ältere Menschen fröhlich werden lassen. Auch Zuhören gehört zu unserer Aufgabe, das ist wichtig, manche Menschen möchten nur mal erzählen und etwas loswerden. Ältere Menschen kann man mit sehr wenig Liebe glücklich machen.

    Was war das Schönste, was Sie als Diakonin bisher erlebt haben?

    Das Schönste, was ich als Diakonin erlebt habe, ist, dass die Begegnungsstätte, meine Hauptaufgabe, auch nach 23 Jahren noch lebt und wir viele fröhliche Stunden erleben, das macht stark und froh.

    Wie erleben Sie die Menschen, zu denen Sie als Diakonin gehen?

    Besuche, die ich als Diakonin zu den Geburtstag und zur Adventszeit mache, kommen sehr positiv an. Bei diesen Besuchen muss man zuhören um zu erfahren was den älteren Menschen bewegt. Auch kranke Menschen freuen sich über einen Besuch. Die Besuche, die wir 2x jährlich in den Pflegeheimen durchführen, erfreut die alten Menschen.

    Wenn Sie etwas am Diakonenamt verändern würden,was wäre das?

    Was verändern möchte ich am Diakonenamt nicht. Ich bin mit dem zufrieden, wie es jetzt läuft. Ich hoffe, dass Gott mir noch einige gute Jahre schenkt um dieses Amt ausführen zu können.

    Vielen Dank

  • 50 Jahre Diakonieausschuss der Kirchengemeinde

    Mitglieder aus dem Diakonieausschuss

    „Dann spricht man auch noch mal mit anderen über die Kirche!“

    Das ist die Antwort auf meine Frage, warum sich Johann Steveker seit 50 Jahren als ehrenamtlicher Diakon in unserer Kirchengemeinde engagiert. Er ist sozusagen ein Mann der ersten Stunde. Und aus den 50 Jahren erzählt er im Gespräch so einiges. Wie gut, dass er sich noch erinnern kann – denn das allererste Protokollbuch ist unauffindbar.#

     

    Der Kirchenrat, so erfahre ich, hat früher selber die diakonischen Aufgaben wahrgenommen. Doch dessen Aufgaben wurden immer umfangreicher. Darum wurde ein Diakoniekreis gegründet. Am 25. Januar 1962 wurden die Mitglieder zusammengestellt – aus dem Kirchenrat, aus der Gemeindevertretung und aus der Gemeinde selber. „Wir waren ungefähr 20 Personen“, sagt Johann Steveker. Mit dabei: Schwester Martha und Schwester Elisabeth. Die größte Aufgabe war, das Klingelbeutelgeld zu zählen. „Um ehrlich zu sein, das Wiegen des Geldes ging schneller!“ Wie muss ich mir das Geldwiegen denn vorstellen, frage ich und erfahre, dass das Gewicht von 1000 Mark auf die eine Seite gelegt wurde und auf die andere Seite der Waage wurde das Geld hinzugeschaufelt, bis die Waagschalen im Gleichgewicht waren. Das wurde solange gemacht, bis Hermann Rüstmann es ermöglichte, dass das Klingelbeutelgeld auf der Kasse gezählt werden konnte. „Es sähe in der Welt anders aus, wenn alle sich engagieren würden“, sagt Johann Steveker. „Das Ehrenamt ist wichtig!“. Er selber arbeitete als Vertreter im Außendienst. Als er das Diakonenamt übernahm, war das in der Zeit seiner eigenen Familiengründung. Trotzdem fand und nahm er sich die Zeit, um in der Diakonie mitzuarbeiten. „Das Andere mache ich auch!“ sagt er auf die Frage, wie er das alles unter einen Hut bekommen hat.

     

  • Emden: Diaconie der Fremdlingen Armen

    Eine ganz besondere Form der Diakonie in Emden/Ostfriesland:Die Diaconie der Fremdlingen Armen

    „Wir stellen uns vor als die älteste Wohlfahrts-Einrichtung unserer Stadt. In mehr als 400 Jahren konnte die Diaconie viel Gutes bewirken. Mit Unterstützung der Gräfin Anna gründete Johannes á Lasco im Jahre 1553 die Diaconie speziell zur Unterstützung der nach Emden gekommenen Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden.

    Anfang des 16. Jahrhunderts gab es eine fortschreitende Bildung der bürgerlichen und bäuerlichen Schichten. Die Schaffung neuer Schulen für den Mittelstand. und der immer mehr Verbreitung findende Buchdruck ermöglichten diesen Bevölkerungskreisen eine bessere Bildung, förderten dadurch aber auch eine viel kritischere Betrachtungsweise der Kirche und damit mehr Aufgeschlossenheit für ihre Erneuerung.

    Das waren die wesentlichen Gründe für die beginnende Reformation, die von der bisherigen alleinherrschenden Kirche vehement bekämpft wurde.

    Man kann sich heute kaum noch vorstellen, mit welcher Grausamkeit diese neue Glaubensrichtung von der bisherigen Kirche verfolgt und bekämpft wurde, und mit welch bewunderungswürdiger Festigkeit diese „Ketzer“ an ihrem neuen Glauben festhielten und Vertreibung und Armut hierfür in Kauf nahmen.

    In der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen daher sehr viele Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden und aus Flandern nach Emden. Man spricht von etwa 6000 Flüchtlingen, die hier Zuflucht fanden. Und das bei einer Einwohnerzahl Emdens von ebenfalls etwa 6000 Menschen ! Das Zahlenverhältnis zwischen den Einwohnern und den Flüchtlingen zeigt, mit welcher Bereitwilligkeit die vertriebenen Glaubensbrüder in Emden aufgenommen wurden. Die Armenpflege, die damals in den Händen der Kirche und der Zünfte lag, war mit dem Zuzug so vieler Menschen jedoch hoffnungslos überfordert. Da aber unter den Flüchtlingen nicht nur Unbemittelte waren, gründete man mit Genehmigung der Gräfin Anna eine eigene Diakonie, nämlich die „Diaconie der Fremdlingen Armen“.

    Die bisherige „Hussittende Diaconie“ versorgte weiterhin die heimischen Armen, während die „Fremdlingen Diaconie“ mit Unterstützung der Bevölkerung und der wohlhabenderen Flüchtlinge die Mittellosen unter den Glaubensflüchtlingen unterstützen sollte.

    Wegen der sprachlichen Nähe zwischen dem Niederländischen und dem Niederdeutschen gründeten die Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden in Emden keine eigene Gemeinde, wie etwa die französisch sprechenden Hugenotten. Diese gründeten 1554 die „französisch-reformierte Gemeinde“, die mit einem eigenen Pastor bis 1897 in Emden selbständig war und auch an der französischen mehre“.

    Emden, begünstigt als neutraler Hafen zwischen den Fronten, nahm einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung. Reeder, Kaufleute und Handwerker brachten Kapital, wirtschaftliche Verbindungen und das nötige „Know how“ mit.

    In diese Zeit fällt der Rathausbau, die Erweiterung der Stadt um den Vorort Faldern und im 17. Jahrhundert der Bau der Wallanlagen als Verteidigungsring um die Stadt, der Emden vor den Folgen des 30-jährigen Krieges verschonte. Der erbitterte Streit zwischen dem Adel und der Bürgerschaft um politische aber vor allem auch religiöse Macht führte zur Emder Revolution von 1595. Keimzelle war die Große Kirche, auch „Moederkerk“ genannt.

    Nach dem Rückzug der Spanier aus den nördlichen Niederlanden und der Groninger „Reductie“, dem Waffenstillstand, kehrte der größte Teil der Flüchtlinge in ihre Heimat zurück. Aus Dankbarkeit für das gewährte Asyl errichtete man an der Großen Kirche das heute noch erhaltene „Diaconen-Tor“ mit dem „Schepken Christi“ und der Umschrift „Godts Kerck vervolgt verdreven heft Godt hyr Trost gegeven“.

    Damit wäre eigentlich der Zweck der Fremdlingen- Diaconie erloschen. Aber zwei Pestwellen, die Folgen des 30-jährigen Krieges, Sturmfluten, Teuerungen, wirtschaftliche Rückschläge und anderes ergaben immer wieder einen Grund, weiterhin tätig zu sein. Und so hat die Diaconie der Fremdlingen Armen über die Jahrhunderte hinweg immer Veranlassung gehabt zu helfen.

    Selbst in der Zeit des Nationalsozialismus widerstand sie den Gleichschaltungs-Bestrebungen der NS-Volkswohlfahrt. Nach dem letzten Kriege und der Währungsreform war die Arbeit der Diaconie gänzlich zum Erliegen gekommen. Erst 1954 gelang ein neuer Anfang zur Fortsetzung alter Tradition.

    Was motiviert uns Diaconen auch heute nach über 400 Jahren noch, die Arbeit der Diaconie, die dem Einzelnen doch eine ganze Menge an persönlichem Einsatz abfordert, fortzusetzen?

     Diaconie der Fremdlingen Armen

    Da ist sicherlich einmal der Gedanke der christlichen Nächstenliebe, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln Not zu lindern. Aber auch die Einsicht, dass man bei aller Bedürftigkeit rings um uns her nicht allen Menschen helfen kann, sondern man sich auf eine Zielgruppe konzentrieren muss, um dort wirklich effektiv helfen zu können. Und das ist traditionell seit Jahrhunderten das Ziel der Diaconie gewesen, in unserer Vaterstadt tätig zu sein. Wenn auch die Diaconie eine Institution ist, die aus dem reformierten Glaubensbekenntnis hervorgegangen ist, so werden die Unterstützungen ohne Ansehen der Konfession gewährt, und es ist zum guten Brauch geworden, dass zu den Gebern Glieder aller in Emden ansässigen Glaubensrichtungen gehören.

    Unterstützt werden die sogenannten „verschämten Armen“, von denen es gerade heute mehr gibt als man ahnt, und die ihre Bedürftigkeit oftmals nicht zeigen mögen. In den meisten Fällen handelt es sich um ältere, alleinstehende und oftmals vereinsamte Bürger. Aber neben materieller Hilfe ist die ideelle Hilfe oft noch viel wertvoller. Das persönliche Gespräch, das Bewusstsein, dass sich jemand um sie kümmert, und dass sie sich in Ihrer Einsamkeit mit einem verständnisvollen Partner aussprechen können, hilft den Bedürftigen oft mehr als alles Geld.

    Die Diaconie tritt in der Öffentlichkeit bewusst wenig in Erscheinung, das gebietet schon der Kreis der Unterstützungsempfänger. Aber den alteingesessenen Emdern ist sie seit Generationen bekannt, und dort ist der Spenderkreis auch sehr groß.

    Wir hoffen, dass die Diaconie noch lange erfolgreich im Dienste der Nächstenliebe tätig sein kann.“

    Der Diaconie der Fremdlingen Armen gehören 13 Emder an, die manchmal sogar die historischen Gewänder tragen, wenn sie um Unterstützung werben. Der von ihnen verfasste und hier abgedruckte Text ist auch im Internet unter Kirchengemeinde-Emden zu finden.

    Quelle Kirchengemeinde Emden

    Warum kommt neben der Schüttorfer Diakonie auch noch etwas aus Ostfriesland?

    Weil daran sehr gut deutlich wird, wie wichtig diakonisches Handeln ist und bleibt, gerade auch an denen, die sonst keiner anspricht, weil es ja „Fremde“ sind.

  • Wer ist mein nächster?

    Du sollst den Herrn,deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.
    Lukas 10, 27

    Wer ist mein Nächster? – Auf diese Frage eines Schriftgelehrten erzählt Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das zu den bekanntesten Geschichten der Bibel zählt. Im Februar dieses Jahres wollten wir im Glaubenskurs

    „Stufen des Lebens“ die Freude am Bibellesen neu entdecken. Am letzten Abend befassten wir uns mit diesem Gleichnis. Wir aus der TeilnehmerInnenrunde gestalteten in der Mitte am Boden phantasiereich den Weg von Jerusalem nach Jericho. Karten mit den Namen der handelnden Personen und Begriffen aus dem Text wurden auf dem Weg verteilt. Danach durften sich alle eine Karte nehmen, mit dem Titel, der unserer Meinung nach am besten zu uns passte. Levit, Priester, Räuber, Ausgeraubter, Samariter, Wirt, aber auch Jerusalem, Jericho, Herberge standen zur Auswahl. „Ich bin Esel“ entschied ich spontan. Samariter möchten wir wohl gern sein und manchmal sind wir es auch. Aber mir gefällt auch die Vorstellung gut, einfach dem Samariter zur Verfügung zu stehen, z.B. wie in diesem Gleichnis: das am Wege liegende Opfer des Überfalls zu dem Ort zu tragen, wo ihm geholfen wird. Der Samariter geht nicht vorbei an dem Verwundeten und Gedemütigten. Er sieht hin und handelt. Ein wunderbar einprägsames Beispiel für jede Art von Diakonie. Um den Notleidenden unserer Zeit zu helfen, ist solche Aufmerksamkeit und Tatkraft notwendig. Aber es braucht auch die, die sich mit ihren kleineren Möglichkeiten zur Verfügung stellen, wie z.B. der Esel. Ich denke noch immer über meine Wahl nach und frage mich kritisch: Willst du dich der Verantwortung entziehen? Ist es dir zu mühsam, nach Lösungen zu suchen, wie den schuldlos Leidenden geholfen werden kann? Vielleicht reicht es nicht, einfach nur der Esel sein zu wollen und es stimmt, manchmal bin ich auch Samariter, manchmal Wirt, auch leider jemand, der - wie in der Geschichte Levit und Priester- einfach vorbeigeht. Manchmal fühle ich mich auch wie der, der am Weg liegt und kann nur darauf vertrauen, dass mir Barmherzigkeit widerfährt und da finde ich mich wieder beim Esel (oder der Eselin?). Er hat seinem Herrn treu gedient und erfahren, dass dieser ein guter Mensch ist, sollte er sich dann nicht auch gut um seinen alten Esel kümmern?

    BlumenWas wir entdeckt haben im Kurs „Stufen des Lebens“? Die Bibel ist interessant und aktuell. Immer neu gibt sie uns Antworten, verknüpft sich mit unserem Leben und unseren Erfahrungen und auch aus hundertmal gelesenen und gehörten, ganz vertrauten Texten erfahren wir Neues. Jesus fragte den Schriftgelehrten, nachdem er das Gleichnis erzählt hatte: „Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?“ Er sprach: „Der die Barmherzigkeit an ihm tat.“ Da sprach Jesus zu ihm: „So geh hin und zu desgleichen!“ (Lukas 10,36) Ich denke, wenn wir Gott von ganzem Herzen lieben, wird uns immer wieder neu gezeigt werden, wer auf unsere Barmherzigkeit wartet.

    Ingrid Bücker


  • Einladung zur Seniorenfahrt 2012

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