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  • Gott ist lieb

  • Neue Mitarbeitervertretung

    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kirchengemeinde haben eine neue Mitarbeitervertretung gewählt. Ihr gehören (von links) Ingrid Steinbuss und Heike Hans, Erzieherinnen im Kindergarten Mauerstraße, Anja Bavinck und Ute Fischer, Erzieherinnen im Kindergarten Wietkamp Strolche, und unser Künster Dietrich Wensing (Mitte) an. In ihrer ersten Sitzung hat die neue Mitarbeitervertretung Dietrich Wensing wieder zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Herzlichen Glückwunsch allen Mitgliedern der Mitarbeitervertretung zur Wahl in dieses verantwortungsvolle Amt! Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!

    Ein ganz herzlicher Dank gilt Gabi Klompmaker, Erzieherin im Kindergarten Mauerstraße, für ihr Engagement als Mitarbeitervertreterin in den vergangenen Jahren! Sie hat in diesem Jahr nicht wieder kandidiert.

    Norbert Nordholt

  • Tue deinen Mund auf für den Stummen, für das Recht aller Schwachen. (Sprüche 31, 8)

    Da geschieht Bedeutendes, in Sprüche 31! Eine Mutter spricht mit ihrem Sohn. Sie spricht mit ihm nicht über das Wetter. Sie gibt Kostbares an ihn weiter. Sie erzählt ihm in einer Atmosphäre höchster Vertrautheit, wie das Leben nach ihrer Erfahrung gelingen kann.

     

    Es sind unvergessliche, prägende Momente, wenn das Gespräch zwischen Eltern und Kindern solche Tiefe gewinnt. Es geschieht oft unvermittelt, ohne dass man es vorher ahnt. Dann heißt es, gut zuzuhören, kein Wort verloren gehen zu lassen. Ich habe dann das Gefühl, die Welt steht einen Augenblick still und ich müsste den Atem anhalten. Ich möchte den Moment festhalten, damit er nur nicht so schnell endet. 

    „Tue deinen Mund auf“. Ganz klar redet hier die Mutter, ganz eindeutig, fast fordernd. Es gibt kein Schweigen und kein Abwarten. Initiative ist gefragt, Phantasie und Einsatz. „Tue deinen Mund auf.“ Nur dieser Weg ist aus ihrer Erfahrung richtig, wenn es um Gerechtigkeit geht. „Nimm ungerechte Verhältnisse auf keinen Fall hin!“ 

    „Tue deinen Mund auf für den Stummen, für das Recht aller Schwachen.“  Das ist einer der ersten Ratschläge, den die Mutter ihrem Sohn mit auf den Weg gibt. So wichtig ist ihr das. „Gib du dem Stummen deine Stimme. Deine Stimme gib dem, der klein gemacht wird. Dem Angst den Mund verschließt. Gib sie dem, dessen Wort in der Gesellschaft nichts gilt, weil er weder einflussreich noch originell oder laut genug ist.

     

    „Tue deinen Mund auf für den Stummen.“ Dazu ermahnt die Mutter ihren Sohn, der zugleich König ist. Die kluge Frau weiß, dass Gerechtigkeit nur erreicht werden kann, wenn es auch in der Gesellschaft insgesamt und in der Wirtschaft fair zugeht. Deshalb erweitert sie den Rat im zweiten Schritt: „Tue deinen Mund auf für das Recht aller Schwachen.“ Das ist nichts anderes als die Ermutigung, über die Gerechtigkeit im Einzelfall hinaus für gerechte Strukturen in der Gesellschaft zu sorgen. Als König verfügt er über die Macht, die dazu erforderlich ist. Er soll sich darum kümmern, dass die Schwachen nicht Objekte des Mitleids bleiben. Sie sollen nicht um Hilfe betteln müssen. „Tue deinen Mund dafür auf, dass sie ihre Würde behalten. Sie ist ihnen von Gott gegeben. Verschaffe ihnen ein staatlich garantiertes Recht auf Hilfe, auf das sie sich berufen können.“

    Das ist erstaunlich. Die Mutter rät ihrem Sohn nicht, seine Machtposition als König zu sichern und seine eigenen wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Sie hat erkannt, dass es für ein gelingendes Leben und eine gelingende Regentschaft entscheidend ist, nicht vor allem auf sich selbst und die eigenen Interessen zu schauen. Ein erfülltes Leben und eine Herrschaft, die Bestand hat, wird nur erreichen, wer die Interessen der Schwachen im Blick behält. 

    Warum steht „Gerechtigkeit für die Stummen und Schwachen“ für die Mutter so weit oben auf der Tagesordnung? Woher weiß sie, dass der Umgang der Gesellschaft mit den Schwachen ein entscheidender Maßstab für deren Qualität ist? Das Volk Israel selbst war in Ägypten in der Rolle des Stummen und Schwachen. Es war rechtlos. Die Ägypter beuteten die Israeliten aus, quälten und unterdrückten sie. Gott beendete diesen heillosen Zustand. Er befreite Israel aus Ägypten und gab ihm Stimme und Würde zurück. Auf diese Erfahrung antwortet die Mutter. Israel soll die Not der Schwachen nicht hinnehmen, so wie Gott die Not Israels in Ägypten nicht hingenommen, sondern gewendet hat. 

    Wenn dieser König in Deutschland leben würde, wo wären hier heute Stumme und Schwache für ihn? Würde er vielleicht fragen:

    Ist es gerecht, dass ein Kind aus einer Hartz-IV-Familie seine Gaben nicht so entfalten kann, wie ein Kind aus begütertem Elternhaus?

    Wenn wir ein T-Shirt kaufen und die Näherin in Bangladesch so wenig verdient, dass sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken kann, sondern zur Arbeit schicken muss, damit die Familie überleben kann, ist das gerecht?

    Wie gehen wir eigentlich mit diesen Fragen um? Was bedeutet uns der Rat der Mutter aus Sprüche 31 Vers 8, liebe Leserinnen und Leser?

    Norbert Nordholt

  • Infos vom Kindergottesdienst

    Kein Kind in der Kirche? Also, so schlimm ist es (normalerweise) nicht! Aber wer im Gottesdienst sitzt, wundert sich doch über die wenigen Kindergottesdienstkinder. Lohnt sich das überhaupt? Und warum gehen zwei Mitarbeiterinnen mit – auch wenn vielleicht nur ganz wenige Kinder da sind?

  • Neues aus der Mauerstraße

    Miteinander essen, das kann schön sein.

    Froh zu Tische sitzen, lieben wir!

    Gaben laßt uns teilen und auch noch verweilen,

    schön, dass wir zusammen sind!

     

    Am 20. März feierten wir mit unseren Gästen (Vertreter der Stadt Schüttorf, des Landkreises, unserer Kirchengemeinde, den Vertretern der beteiligten Handwerksfirmen, unseren ElternvertreterInnen und den Vertreterinnen der anderen Kindergärten) die feierliche Eröffnung unseres neuen Essraumes!

  • Es tut sich was an unseren Immobilien

    Der Kindergarten Mauerstraße wurde um Krippenplätze erweitert. Auch die Wietkampstrolche freuen sich darüber, dass sie in einem Anbau auch ab dem Sommer Krippenplätze anbieten können. In beiden Fällen wurden die Baumaßnahmen von Stadt und Landkreis gefördert.

    Die Friedhofskapelle wurde bereits im letzten Jahr mit einer neuen Glasfront versehen.

    Das alte Haus Heckmann hat eine neue Tür bekommen. Nach dem Auszug von Manuel Salinas und seiner Familie wird das Haus nun als Werkstatt und Lager genutzt. Dafür wurde im Frontbereich eine neue Tür eingebaut.

    Das alte Pastorat in der Kirchgasse wird zur Zeit saniert. Hier muss auf der Außenwand aufgrund der fehlenden Hohlschicht eine zusätzliche Dämmung aufgebracht werden, die später verputzt und weiß gestrichen wird. Das Haus wird ab dem 1. Juli vermietet.

    Und zu guter Letzt haben wir noch ein interessantes Objekt zu verkaufen. Das ehemalige Pastorat in der Gleiwitzer Straße muss ebenfalls saniert werden. Eventuelle Mieteinnahmen würden eine Renovierung über lange Zeit nicht rentabel finanzieren. Darum wird das große Haus mit dem schönen großen Garten nun zum Verkauf angeboten. Die Einnahmen werden für weitere anstehende Bauprojekte verwendet. Wer ernsthaftes Kaufinteresse hat, kann weitere Informationen vorab bei Thomas Fender bekommen.                       

    Rainer Harmsen

  • Persönlich - meine Eindrücke aus der Kirchenratsarbeit

    „In meiner Zeit im Kirchenrat habe ich die Gemeinschaft in der Gemeinde ganz neu erlebt und viele unterschiedliche Menschen kennengelernt.“

    „Besonders wichtig war für mich die Erfahrung, dass ich durch meine Mitarbeit das Gemeindeleben verändern oder verbessern kann.“

    „Im Kirchenrat habe ich gelernt, die Hintergründe und Probleme des Lebens in der Gemeinde besser zu verstehen und dazu Entscheidungen zu fällen.“

    „Ich konnte mich im Ausschuss für Gemeindeentwicklung einbringen und konstruktiv Ideen entwickeln und zum Teil auch erfolgreich umsetzen.“

    „Alter und Berufsstand spielen in der Kirchenrats-Gemeinschaft keine Rolle. Und das ist meiner Meinung nach ein großer Gewinn. Wir können die vielen Dinge, die auf der Tagesordnung stehen, offen diskutieren und dabei viele verschiedene Sichtweisen berücksichtigen. Jeder hat die Möglichkeit, seine Talente und Begabungen, sein berufliches Wissen einzubringen und dadurch die Gemeinde voranbringen.“

    „Im Kirchenrat entscheiden wir über alles, was Kirche und Gemeindeleben betrifft.“

    „Manchmal sind die Diskussionen im Kirchenrat endlos.“

    „Im Kirchenrat versuchen wir, die Entscheidungen möglichst einstimmig zu treffen. Dabei habe ich gelernt, genau zuzuhören und offen für die Meinungen der anderen Mitglieder zu sein.“

    „Wer für den Kirchenrat kandidiert, muss wissen, dass es mit viel Arbeit verbunden ist; aber es macht auch viel Spaß.“

    „Bei all den Terminen wird fast immer auf den Einzelnen Rücksicht genommen. Niemand wird „schräg angeschaut“, wenn er mal – aus welchem Grund auch immer – einen Termin nicht wahrnehmen kann.“

    „Wir sind eine große Gemeinde und dadurch auch ein großer Kirchenrat. So verteilen sich die vielen Aufgaben auf viele Schultern.“

    „Die Fahrt mit den Konfis zum Kirchentag nach Dresden hat Spaß gemacht.“

    „Die Haushaltsberatungen sind sicherlich für etliche von uns ein schwieriges Thema. Immerhin beraten wir über einen Etat, der einen Umfang wie bei einem mittelständischen Unternehmen hat.

    „Unsere Suche nach neuen Gottesdienstformen und – gestaltungen ist sehr wichtig, um vielleicht unsere Jugendlichen zu erreichen und gottesdienstferne Gemeindeglieder wieder für den Gottesdienst zu begeistern.“

    „Der Schwerpunkt sollte im Miteinander und im Verständnis für den anderen liegen. Kritik, die uns zugetragen wird, sollten wir ernst nehmen.“

    „Unsere Entscheidungen sollten immer die Zukunft im Blick haben, aber nicht nur die finanziellen Aspekte, sondern auch die Menschen sehen.“

    „Ganz wichtig für mich ist es, dass die Gemeinde am Gottesdienst mitbeteiligt wird; d.h. sie ist nicht nur Zuhörer, sie soll gemeinsam singen, beten und lesen.“

    „Konfirmandenunterricht und Gottesdienst sind Eckpfeiler für die Kirche.“

    „Das Abendmahl sollte so gestaltet werden, dass viele Gemeindeglieder gerne die Einladung dazu annehmen.“

    „Bei aller Verantwortung und allen Aufgaben, die wir übernehmen, in großen und kleinen Dingen, muss das Wort Gottes und die Botschaft Jesu Christi im Mittelpunkt stehen.“

    Vielen Dank allen Kirchenratsmitgliedern, die mitgemacht haben!

  • 118. Orgelvesper

    Orgelmusik für vier Hände und vier Füße

    Jürgen Beckmann und Derk Vos gestalten die Orgelvesper am 16. Juni in unserer Kirche mit Bearbeitungen und Originalkompositionen zu vier Händen und vier Füßen.

    Zu Beginn erklingen 2 Kirchensonaten in F-Dur (KV 244) und C-Dur KV (328) von Wolfgang Amadeus Mozart. Die insgesamt 17 Sonaten, die für unterschiedliche Besetzungen geschrieben wurden, entstanden in seinen Salzburger Jahren für die dortige Dommusik. Die als Allegro-Sätze angelegten Kompositionen atmen eine auffallende Heiterkeit.

    Von ähnlich heiterem Charakter ist die Partita in F-Dur von Joseph Haydn. Hier findet ein Wechselspiel zwischen den Spielern statt, wobei ein Spieler Motive des Partners aufnimmt und weiterführt.

    In den beiden Choralvorspielen Nun ruhen alle Wälder und Vater unser im Himmelreich von Christian Gottlob Höpner, der von 1837-1859 Organist der Dresdner Kreuzkirche war, führt der 2.Spieler den vierstimmigen Choral aus, während der 1.Spieler die einzelnen Choralzeilen umspielt und verbindet.

    Eher ungewohnt und überraschend dürfte das Schlußstück, der Marsch aus der Nussknacker-Suite von Peter Iijitsch Tschaikowski in einer Bearbeitung für Orgel von Alexander Därr klingen. In der Originalfassung ist die Nussknacker- Suite für großes sinfonisches Orchester konzipiert. Das vom Komponisten meisterhaft beherrschte Spiel mit fein differenzierten Klangfarben sowie der Wechsel zwischen solistischen Passagen und Tutti-Effekten lassen sich auf der Orgel sehr überzeugend darstellen.

     Im Juli und im August finden keine Orgelvespern statt. Weiter geht es am 15. September mit Kompositionen der Barockzeit für Oboe, Violine und Orgel.

  • Gruß von Diedrich Immer

    Liebe Leserin, lieber Leser des Gemeindegrußes,

    das ist ein Bekenntnis: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Ein Bekenntnis ist immer auch Antwort auf eine Frage. Die Frage heißt: Was macht mich zu dem, der ich bin?

    Was macht mich, Diedrich Immer, zu dem, der ich bin? Einige von Ihnen werden mich noch kennen. Ich war von 1982 bis 1991 Vikar in der Gemeinde und dann Hilfsprediger, schließlich Pastor zusammen mit Friedrich Behmenburg. Ich war und bin „Bruder“, Freund, Nachbar in der Kemperstraße, Mitglied im Hühnerzuchtverein, Praktikant am Webstuhl bei Schlikker oder auch ein politisch engagierter Bürger, ein frommer Linker, ein unglücklich Verliebter und Träumer.

    Seit über 20 Jahren bin ich nun hier Pastor der Ev.-reformierten Gemeinde in Görlitz, der östlichsten Reformierten Gemeinde Deutschlands. Eine immer noch wachsende Gemeinde in einer konfessionslosen Umwelt. Zugleich bin ich Pastor einer kleinen Gemeinde im Görlitzer Gefängnis. Und – das ist wichtig für die Zusammensetzung unserer Gemeinde - ich bin auch noch zuständig für die Görlitzer Stadtmission und die Bahnhofsmission.

    Ich habe in Görlitz geheiratet und bin Vater von sieben Kindern geworden. Drei von ihnen sind schon aus dem Haus.

    Familie Immer

    Aber ich zögere, zu sagen, dass ich durch Gottes Gnade bin, was ich bin. Ich muß doch dann auch erwähnen, dass mich meine Aufgaben oft an die Grenzen meiner Belastungsfähigkeit bringen. Oder dass ich immer noch fast „sterbe“, wenn ich auf die Kanzel muß. Oder dass ich mir darüber im Klaren bin, dass meine Frau immer wieder zurückstecken muß. Und da sind auch die starken Zweifel, ob ich denn bei meinem Dienst meinen Kindern noch gerecht werde kann. Was ist hier Gnade? Ich bin mir da unsicher. Und was ist, wenn mir Gott etwas von dem wegnehmen würde, was ich bin? Was ist dann? Bin ich dann bei ihm etwa in Ungnade gefallen?

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin kein undankbarer Mensch. Aber Gnade kommt für mich an einer anderen Stelle ins Spiel. Und zwar genau an der Stelle, die Paulus hier benennt: Bei der Begegnung mit Jesus Christus. Für Paulus war diese Begegnung ein Zusammenprall. Für andere ist sie der Ausbruch eines tiefen Friedens. Oder wie ein lang gesuchtes Stichwort für eine neue Rolle. Wie diese Begegnung auch immer aussieht: Sie ist Gnade. Vielleicht wissen Sie das auch aus eigner Erfahrung. Dann sollten Sie jetzt erzählen!

    Ich liebe dieses gestelzte, uralte Wort „Gnade“. Weil es mich zu Jesus führt. Durch die Gnade erkenne ich, wer er ist: Er ist für mich. Durch die Gnade erkenne ich, wer oder was ich bin: Ich bin durch ihn, denn er ist für mich.

    „Gnade“ – das ist sein Erkennungsmerkmal. Gnade erwarte ich allein von ihm. Mehr will ich gar nicht von ihm. Wer an dieser Stelle mehr will, wird wohl gnadenlos.

    Was macht mich zu dem, was ich heute bin? Durch seine Gnade bin ich, was ich bin. Ohne diese Gnade bin ich ein Nichts. Ohne Gnade können Sie mich getrost aus Ihrem Gedächtnis streichen. Aber durch seine Gnade kommen Sie nicht an mir vorbei. Wir werden uns im Himmel, bei ihm, wieder sehen.

    Wissen Sie, was ich an dem, was ich so treibe, am meisten liebe? In die Gesichter der Menschen zu schauen, die Christus begegnet sind. Gesichter, in denen sich die Gnade Gottes widerspiegelt. Gnade, diese großzügige Armbewegung Gottes, die das Angesicht von Jesus freigibt, in dem nur Gnade zu lesen ist. Dass ich im Laufe der Jahre in so viele dieser Gesichter blicken durfte – auch das ist Gnade

  • Großes Partnerschaftsfest aller Partnergemeinden

    Einladung Partnerschaftsfest aller Gemeinden

    10. Juni 2012 um 11 Uhr

    reformierte Kirche Schüttorf

    Gottesdienst, Tee und Kuchen, Mittagessen, buntes Rahmenprogramm, Podiumsdiskussion

    weitere Informationen hier

  • 30 Jahre New World Foundation

    Gegründet in einer politisch schwierigen Zeit aus der Überzeugung, dass eine neue, gerechte Welt möglich sei, freuen wir uns mit der New World Foundation über ihr 30jähriges Bestehen: drei Jahrzehnte, in denen die Menschen in Lavender Hill Menschlichkeit erfahren haben; Hoffnung und Zuversicht entwickeln konnten; Chancen bekamen, die Apartheid und ihr Erbe zu  überwinden; für Hoffnung, Gerechtigkeit und Frieden gekämpft haben und es weiter tun. Genau wie die Menschen dort haben sich die Partnergemeinden und Unterstützerkreise in Deutschland von den trostlosen Lebensverhältnissen Lavender Hills nicht entmutigen lassen.

    30 Jahre – das ist ein Grund zum Feiern. Dazu sind Sie herzlich eingeladen! Wir beginnen um 11 Uhr mit dem Gottesdienst in der Kirche. Anschließend feiern wir auf dem Gelände des Gemeindehauses weiter – u.a. mit Kinderprogramm, Live-Schaltung nach Lavender Hill und einer 
    Podiumsdiskussion über die Situation benachteiligter Jugendlicher in Deutschland und Südafrika. Das Schlusswort spricht gegen 15 Uhr Jan de Waal, Direktor der NWF. Da wir viele Gäste von auswärts erwarten, freuen wir uns sehr über Kuchenspenden! Diese werden am Sonntag zwischen 9 und 12 Uhr im Gemeindehaus entgegengenommen. 

  • Den Armen eine Stimme geben

    Der Schüttorfer Eine Welt Laden lädt am Mittwoch, den 30.05.2012 um 19 Uhr zu seiner öffentlichen Jahreshauptversammlung ins ev.-ref. Gemeindehaus ein. Auf der Tagesordnung stehen u.a. der Rechenschaftsbericht und Neuwahlen des Vorstandes.

    Anschliessend um 20 Uhr beginnt ein Vortrag über die Arbeit der Christlichen Initiative Romero.

    Im Mittelpunkt der Initiative stehen die Menschen, denen aufgrund globaler Ungerechtigkeiten und oftmals korrupter Eliten vor Ort ein würdiges Leben und für uns selbstverständliche Grundrechte vorenthalten werden. 

    Die C I R gibt diesen Ausgegrenzten Mittel an die Hand, selbst für ihre Rechte einzutreten und Strukturen zu verändern.

    Der Eine Welt Laden verspricht einen interessanten und informativen Abend und würde sich über regen Besuch sehr freuen.

  • Aus dem Kirchenrat (19.05.2012)

    Das war eine besondere Kirchenratssitzung am 19. April. Die Kollegen des Kirchenrates aus Ohne unter Leitung von Pastor Zeidler waren bei uns zu Gast. Nach der einleitenden Andacht von Pastor Fender zum Wochenspruch aus 1. Petrus 1,3, haben wir uns einander vorgestellt. Es redet sich eben viel leichter miteinander, wenn von allen Anwesenden Name, Stimme und Aufgabe in der Kirchengemeinde bekannt sind. 

    An die Vorstellung schloss sich ein Erfahrungsaustausch unter anderem über Konfirmandenunterricht und Konfirmationsgottesdienst an. Wir haben über die Veränderungen in Schüttorf berichtet, die Präsentationen der KonfirmandInnen (statt der Prüfungen), das KonfirmandInnenheft, die Beteiligung von Eltern an den Konfirmationsgottesdiensten, die Neufassung der Ansprache des Kirchenrates an die KonfirmandInnen. Die Kirchenräte aus Ohne haben die Tradition erläutert, wie die Kirche zur Konfirmation innen und außen von Jugendlichen geschmückt wird. In Ohne gibt es eine Konfirmandenprüfung vor Mitgliedern des Kirchenrates, aber ohne die Eltern. Die Eltern sind vor der Konfirmation zum Vorstellungsgottesdienst eingeladen, der unter Beteiligung der KonfirmandInnen gestaltet wird.    

    In der Jugendarbeit warten beide Gemeinden darauf, dass in der Obergrafschaft ein Jugendreferent/eine Jugendreferentin eingestellt wird. Die Landeskirche stellt pro Gemeindeglied in der Obergrafschaft einen Personalkostenzuschuss von 3,15 • bereit. Die Gemeinden Bentheim, Gildehaus und Schüttorf nehmen in Aussicht, aus Gemeindemitteln eigenes Geld aufzubringen, um insgesamt eine volle Stelle finanzieren zu können. Das bedeutet für Schüttorf zusätzliche Personalkosten in Höhe etwa 15.000 • pro Jahr. In der Beratung ist gegenwärtig, ob die Stelle dann zu 50 % in Schüttorf und zu 50 % in Bentheim/Gildehaus verortet werden soll.

    Im Anschluss an die gemeinsame Sitzung mit Ohne hat der Kirchenrat Schüttorf weiter getagt. Wir haben uns intensiv mit der Vorbereitung der Gemeindewahlen beschäftigt, die am 18.11.2012 stattfinden. Die Vorbereitungen richten sich vor allem auf die KandidatInnensuche, um dem Willen der Gemeinde Rechnung tragen zu können, mehr KandidatInnen als Plätze zu präsentieren, damit für die Gemeinde eine echte Wahlmöglichkeit besteht. Beschlossen worden ist, dass die Möglichkeit zur Briefwahl bestehen wird und - wie in den vergangenen Jahren- Wahlbezirke (Stadt Schüttorf, Neerlage, Quendorf, Samern, Suddendorf, Wengsel) gebildet werden, um zu gewährleisten, dass auch alle Landgemeinden im Kirchspiel in Kirchenrat und Gemeindevertretung vertreten sind.

    Weiteres wichtiges Thema im Kirchenrat war die Errichtung der Krippen in unseren Kindergärten. In der Mauerstraße stehen die Baumaßnahmen unter Leitung des Architekturbüros Middelberg/Venhaus. Dort ist u.a. geplant, im Innenhof einen Pavillon zu errichten, der als Essraum dienen soll. Dadurch wird der bisherige Essbereich frei und kann als Schlafraum für die Kleinen genutzt werden. Im Kindergarten Wietkamp Strolche betreut das Archtekturbüro Janning, Hermelink, Wenning das Bauvorhaben. Dort wird u.a. überlegt, links an  den Baukörper (Richtung Nordhorner Straße) einen Krippenraum anzubauen, das bisherige Mitarbeiterinnenzimmer als Ruheraum umzugestalten und den bisherigen Gruppenraum links als Mitarbeiterinnenzimmer bzw. Essraum zu nutzen.

  • Wenn eben Geborene schreien, preisen wir dein Werk (Ps. 8) – Läuten für Neugeborene

    Vielleicht haben Sie das auch so erlebt, liebe Leserin, lieber Leser: Ich kann mich jedenfalls an keinen Augenblick in meinem Leben erinnern, an dem ich genauer wusste, was das bedeutet – „glücklich sein“ und „dankbar sein“, als in dem Moment der Geburt meiner Kinder. Alle Anspannung löst sich im ersten eigenständigen Laut der Neugeborenen. Noch ganz verschmiert liegt es das erste Mal in meinen Armen, dieses kleine, schreiende, hilflose, krebsrote, uns  anvertraute Bündel Leben. Was für eine Verantwortung! Was für eine Bereicherung des  eigenen Lebens! Die Geburt der Kinder – wunderbare gemeinsame Momente für die Eltern.

    Die gute Nachricht von der Geburt spricht sich in Verwandtschaft und Freundschaft in Windeseile herum. Überall Freude über das neue Leben, allenthalben Erleichterung, 
    wenn die Mutter und der Säugling die Risiken von Schwangerschaft und Geburt wohlbehalten überstanden haben. 

    Die Geburt eines Kindes ist ein Grund zur Freude, auch für die Kirchengemeinde. Wenn ein Kind geboren wird und Mutter und/oder Vater Mitglied unserer Kirchengemeinde sind, wollen wir in Zukunft die Kinderglocke im Kirchturm läuten, wenn die Eltern das möchten und diesen Wunsch unserem Küster, Herrn Wensing, mitteilen. Geläutet wird die Kinderglocke dann in der Zeit von 9.00 Uhr bis 9.15 Uhr am übernächsten Tag nach der Anmeldung beim Küster. Wenn der Küster also montags informiert worden ist, wird mittwochs geläutet usw. Eine Ausnahme gibt es in diesem Rhythmus: Wenn der Küster freitags benachrichtigt wird, wird wegen der Sonntagsgottesdienste nicht sonntags, sondern montags geläutet. 

  • Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

    1. Timotheus 4,4

    In jedem Gottesdienst wird eine Kollekte eingesammelt. Meist ist die Sammlung für einen guten  Zweck bestimmt. Aufgaben im sozialen oder diakonischen Bereich werden damit unterstützt. Manchmal dient das Geld aber auch Projekten in der Gemeinde selbst. Der Klingelbeutel geht durch die Reihen. Dazu wird ein Lied gesungen. Die Helfer im Gottesdienst bringen die gefüllten  Beutel nach vorn und legen sie auf den Altar. Stummer Protest regt sich bei einigen, ein  Unbehagen bei anderen. 

    Geld auf den Altar legen? Zwar stinkt Geld nicht, wie der Volksmund zutreffend sagt, ein Verdacht aber, ob das Geld redlich verdient wurde, bleibt. Ist Geld nicht per se irgendwie schmutzig; nicht nur äußerlich, weil es durch so viele Hände gegangen ist, sondern auch von seinem inneren Wesen her?

    Dass es ein erhebliches Verführungspotential in sich trägt, ist unbestritten. Wer ehrlich ist, weiß, wie sehr es unser Denken und Streben bestimmt. Der Broterwerb ist in unserer Gesellschaft fast immer ein Gelderwerb. Und die Sorge um das Auskommen nimmt uns über  weite Strekken gefangen; bis hin zur Sehnsucht nach dem äußerst unwahrscheinlichen Fall eines Lottogewinns. 

    Geld auf dem Altar? Ist der Altar nicht der Ort, der reserviert bleiben müsste für Brot und Wein und für Heilige Schrift? Ist das nicht der Ort, der frei bleiben sollte von allem Gewinnstreben und weltlichem Trachten nach Einkommen und Profit? Ist das Geld nicht verdorben durch Spekulation und Anlagepolitik? Ist die Werthaltigkeit unseres Geldes nicht möglicherweise erkauft auf Kosten einer Unterbezahlung in Billiglohnländern? Gar nicht zu reden davon, dass auch Kirchengemeinden selbst durch Stiftungen oder Landbesitz „das Geld arbeiten lassen“, wie  es so oft beschönigend heißt; so als ob Geld arbeitet und produktiv ist, so dass wir davon entlassen wären. 

    Wir können es drehen und wenden – wir sind Teil einer Handelswelt, die ohne Geld nicht mehr funktioniert. Und wenn wir auf das abstrakte Zahlungsmittel Geld verzichten, dann nur, um noch abstraktere Formen der Wertübertragung zu wählen, wie Überweisung und Buchgeld, die den Zusammenhang zur geleisteten Arbeit, mit der es verdient wurde, immer weniger erkennen lassen. Im 1. Timotheusbrief heißt es: „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.“ (1. Timotheus 4,4 ) Dieser Satz ist so etwas wie eine realistische Bankrotterklärung der jungen christlichen Gemeinde vor dem eigenen Anspruch, geheiligtes Leben und profane Welt säuberlich voneinander zu trennen. Die Kirche hat Anteil an dieser Welt und ihren Strukturen. Und diese Strukturen sind mehr oder weniger gut. Jede  Errungenschaft hat Licht und Schatten, ist Segen und Fluch zugleich. Sich aus der Welt zu entfernen ist keine Alternative. Die Welt dringt auch durch die Ritzen von Klostermauern und in  den wertvollen Versuch, ein geheiligtes Leben führen zu wollen. 

    Dass Gott seine Schöpfung sehr gut genannt hat, ist mit der Wirklichkeit der Sünde in dieser  Welt nicht aufgehoben. Es gilt weiter. Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Das ist ein klares JA zur Welt. Alles, was durch unsere Hände geht – angefangen von Brot und Wein – bis hin zu Geld oder den Produkten unseres täglichen Lebens, ist nicht von vornherein schlecht. Wird dies  als Geschenk Gottes verstanden und mit Danksagung empfangen, kann es ein Segen sein und ist auf diese Weise geheiligt. 

    Geld auf dem Altar. Das ist ein Ja zur Welt, auch wenn alles, was durch unsere Hände geht, Anteil an Vergänglichkeit oder Sünde hat, so wie wir selbst. Nicht der Zweck heiligt nach christlichem Verständnis die Mittel. Gebet und Danksagung heiligen alles, was im weitesten Sinn als Mittel zum Leben zu verstehen ist. 

    Holger Treutmann
    Pastor an der Frauenkirche in Dresden

  • Kirche und Staat: Wie geht das?

    Immer wieder wurde in der letzten Zeit bemängelt, dass Kirche und Staat in Deutschland zu eng miteinander verbunden seien. Doch was ist da wirklich dran? Und gibt es nicht auch Bereiche, in denen der Staat/die Allgemeinheit von einer Zusammenarbeit mit der Kirche profitiert? Anhand von vier Stichworten können vielleicht die größten Fragen beantwortet werden. 

    1. Stichwort: Subsidiarität

    In der Bundesrepublik Deutschland ist der Staat nicht das Maß aller Dinge, sondern der Mensch. In unserem Grundgesetz heißt es im berühmten ersten Artikel: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Daraus folgt, wie im Artikel zwei des Grundgesetzes festgelegt, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.

    Schon mit diesem Auftakt deutet sich an, wie sich unser Staat verstanden wissen will. Zum einen natürlich als demokratischer Rechtsstaat, zum anderen aber auch als Staat, der die Initiative seiner Bürgerinnen und Bürger schätzt. Und da spielt das Prinzip der Subsidiarität eine große Rolle. Unter Subsidiarität (von lateinisch: subsidium = Hilfe, Unterstützung) wird ein  echtliches und politisches Ordnungsprinzip in Kirche, Staat und Gesellschaft verstanden. Es stellt  Eigenverantwortung vor staatliches Handeln. Dieses Prinzip ist einst von der Reformierten Synode in Emden entwickelt worden. Dort wurde im Jahre 1571 beschlossen, dass man Provinzial- und Generalsynoden nur Fragen vorlegen solle, die in den Sitzungen der lokalen  Versammlungen nicht entschieden werden konnten, oder was alle Gemeinden der Provinz  angeht.“ Das heißt: Es soll nicht alles zentral entschieden werden, sondern möglichst viel „vor Ort“. 

    Dieses Prinzip besagt, dass gesellschaftliche Aufgaben bei uns nicht zuerst vom Staat, sondern in eigenverantwortlichem Handeln von Individuen und gesellschaftlichen Gruppierungen gelöst  werden sollen. Natürlich müssen sich diese an Recht und Gesetz halten und dürfen den Prinzipien des Grundgesetzes nicht widerstreben. Zu den Grundrechten gehört ausdrücklich die Religions- und Bekenntnisfreiheit. 

    Insofern ist es ein Irrglaube zu meinen, dass alles, was vom Staat komme, „neutral“ sei. Der Staat selbst will und darf keine religiösen und weltanschaulichen Inhalte festlegen. Vielmehr gilt, was der ehemalige Bundesverfassungsrichter Ernst-Jürgen Böckenförde im Jahre 1976 prägte: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ 

    Das Prinzip der Subsidiarität findet heute breite Anwendung sowohl in der Europäischen Union als auch in der Gestaltung der Rechtsbeziehungen der Bundesrepublik Deutschland als einem föderalen Staatssystem, das die Eigeninitiative und das Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger fördert und fordert. 

    2. Stichwort: Kirchensteuer

    Darf die Kirche Steuern erheben? Ja, sie darf, denn die beiden großen Kirchen sind  Körperschaften öffentlichen Rechts, und zum verfassungsmäßigen Privileg solcher  Körperschaften gehört in Deutschland das Recht, Steuern zu erheben. Dies wurde 1919 in der Weimarer Reichsverfassung so geregelt. Dort heißt es im Artikel 137, Absatz 5: „Die  Religionsgesellschaften bleiben Körperschaften des öffentlichen Rechtes, soweit sie solche bisher waren. Anderen Religionsgesellschaften sind auf ihren Antrag gleiche Rechte zu gewähren, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten.“ Dieser Artikel wurde unverändert 1949 ins Grundgesetz übernommen. 

    Staatliches Einzugsverfahren

    Neben den beiden großen Kirchen haben heute in Deutschland auch andere Religionsgesellschaften Körperschaftsstatus, so zum Beispiel die Jüdische Kultusgemeinde, aber auch Weltanschauungsgemeinschaften wie der Humanistische Verband oder der Bund für Geistesfreiheit. Diese Körperschaften sind alle berechtigt, ihre Mitgliedsbeiträge in Form von Steuern zu erheben, die mit dem staatlichen Steuereinzug eingezogen werden. Es wird also die bestehende staatliche Steuerverwaltung genutzt.

    Dieses System ist für die Kirchen und anderen Religions-und Weltanschauungsgemeinschaften sehr nützlich, denn es erspart den Aufbau einer eigenen kostspieligen Finanzverwaltung. Und  dem Staat ist es ganz recht, denn er lässt sich diesen „Kundendienst“ mit mindestens drei Prozent des Gesamtaufkommens der jeweiligen Steuern gut bezahlen. 

    Unterschiedliche Belastungen

    Natürlich ist der Unterschied zu „normalen“ Steuern, dass jeder Mensch durch Austritt aus der Kirche sich derZahlungspflicht entziehen kann. Das geht natürlich bei der Lohn- oder Einkommenssteuer nicht. 

    Für die Kirche ist das bestehende System sehr nützlich, denn es sorgt für ein planbares Finanzaufkommen und belastet die Mitglieder nach ihrer Leistungsfähigkeit. Denn wer so wenig verdient, dass er oder sie keine oder kaum Steuern bezahlt, der oder die bezahlt auch keine oder kaum Kirchensteuer. 

    3. Stichwort: Staatsleistungen

    Die sogenannten „Staatsleistungen“ an die großen Kirchen in Deutschland geraten immer wieder ins Gerede. Die Zahlungen, sie betragen insgesamt etwa 450 Millionen Euro pro Jahr, haben ihre Grundlage darin, dass immer wieder in der Vergangenheit kirchliche Güter und Besitzungen enteignet bzw. verstaatlicht wurden. 

    Nur zwei Prozent der Einnahmen

    In besonders großem Ausmaß geschah dies am Beginn des19. Jahrhunderts, im sogenannten Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803. Damals  übernahmen die Landesherren zugleich die Verpflichtung, die Besoldung und Versorgung der Pfarrer – sofern erforderlich – sicherzustellen. Es handelt sich also um eine Art von Pachtersatzleistungen und nicht um irgendwelche Zusatzzahlungen, sie sind durch Artikel 140 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich verbürgt. Die Staatsleistungen machen übrigens nur etwa zwei Prozent der gesamten kirchlichen Einnahmen aus. Im Grundgesetz und bereits gleichlautend in der Weimarer Reichsverfassung wird gefordert, dass die Staatsleistungen an die Kirchen gegen eine angemessene Entschädigung aufgehoben werden. Deswegen gibt es die Staatsleistungen wohl noch immer, denn der Staat scheut eine erhebliche Einmalleistung und zahlt lieber Jahr für Jahr weiter. 

    Auch öffentliche Aufgaben

    Alle öffentliche Polemik, die Kirchen sollten von sich aus ersatzlos darauf verzichten, entbehrt jeder Grundlage. Das wäre so, als wenn ein Mieter (in diesem Fall der Staat) einem Besitzer (in diesem Fall den Kirchen) lange Miete zahlt und auf einmal behauptet, das Haus gehöre ihm, ohne das Haus kaufen zu wollen. 

    Die beiden großen Kirchen haben aber immer wieder gesagt, dass sie zu Gesprächen über eine Ablöse bereit sind. Bisher haben staatliche Stellen diesen „Ball“ aber nicht aufgenommen. Achtung: Nicht zu den Staatsleistungen gehören Kostenerstattungen an die Kirchen für die Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben, zum Beispiel den Betrieb von Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern. Solche Leistungen erhalten alle Wohlfahrtseinrichtungen, nicht nur die Kirchen. 

    4. Stichwort: Diakonie

    Diakonie ist ein Wort aus dem Griechischen und heißt schlicht „Dienst“. Das Handeln und Wirken  der Diakonie ist für das Selbstverständnis der Kirche von zentraler Bedeutung, denn „Beten und Tun des Gerechten“ (Dietrich Bonhoeffer) gehören zusammen. 

    Private Wettbewerber

    Die Diakonie leitet sich direkt aus der biblischen Forderung nach Nächstenliebe ab, die im Neuen Testament beispielhaft im Gleichnis vom barmherzigen Samariter oder in Jesu Rede vom Weltgericht Ausdruck findet. 

    Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren nahezu sämtliche soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, da der Staat dies nicht als seine Aufgabe ansah. Erst im modernen Sozialstaat wurden die Sozialleistungen staatliche Leistungen, auf die ein Anspruch besteht. Seit Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts gelten auch auf dem Sektor der Wohlfahrtspflege verstärkt die Gesetze der Marktwirtschaft, zahlreiche private Wettbewerber drängen auf den Markt. Dies hat dazu geführt, dass zunehmend auch kirchliche Sozialwerke und -dienste nach marktwirtschaftlichen Kriterien geführt werden müssen. 

    Zweitgrößter Arbeitgeber

    Heute gibt es etwa 27.000 diakonische Einrichtungen und Dienste mit insgesamt mehr als einer  Million Betreuungsplätzen, in denen etwa 435.000 hauptamtliche und 400.000 ehrenamtlich Mitarbeitende aktiv sind. Damit ist das Diakonische Werk nach seinem katholischen Pendant, der Caritas, der zweitgrößte nichtstaatliche Arbeitgeber in Deutschland. 

    Die Werke und Einrichtungen der Diakonie und der Caritas verstehen sich bewusst als kirchliche Einrichtungen, und das Miteinander von Arbeitgebern (Dienstgebern) und Arbeitnehmern Dienstnehmern) wird als Miteinander in einer „Dienstgemeinschaft“ verstanden. Deshalb werden auch Löhne und Gehälter in einer besonderen Weise auf dem sogenannten „Dritten Weg“  gemeinsam festgelegt. Ein Weg, der bei Konflikten ohne Arbeitskampfmaßnahmen wie Streik oder Aussperrung auskommt. Der „Dritte Weg“ wurde in der jüngeren Vergangenheit immer wieder kritisiert. Es ist zu erwarten, dass in absehbarer Zeit das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit des „Dritten Weges“ entscheiden wird. 

  • Aus den Kindergärten

    Noch können Sie von den Veränderungen in unseren Kindergärten Mauerstraße und Wietkamp Strolche nichts sehen. Das heißt aber nicht, dass nicht schon intensiv daran gearbeitet wird. Krippengruppe und alles, was dazu gehört – das ist das beherrschende Gesprächs- und Besprechungsthema zwischen den Kindergartenleiterinnen, Frau Kethorn und Frau Kühlmann, und ihren Kolleginnen.

    Alles musste sehr schnell gehen. Erst nach der Anmeldewoche Ende Januar ließ sich der Bedarf an Kindergartenplätzen für das Kindergartenjahr 2012/13 konkret absehen. Die Gremien der Stadt Schüttorf haben entschieden, zwei weitere Krippengruppen einzurichten - eine in der Mauerstraße und eine im Bauweg. Die Einrichtung von Krippengruppen wird vom Land Niedersachsen gefördert. Das bisherige Förderprogramm war ausgelaufen, ein neues Förderprogramm angekündigt. „Die Förderrichtlinien sind noch nicht veröffentlicht, aber wenn sie kommen, vielleicht schon nächste Woche, muss sofort ein Zuschussantrag gestellt werden“, so lautete die Einschätzung der Stadt.

    Fachleute aus unserem Bauausschuss haben sich gleich mit den Kindergartenleiterinnen und Erzieherinnen zusammengesetzt und für beide Kindergärten je einen Plan entwickelt, der schließlich in Bauzeichnungen und Kostenaufstellungen
    umgesetzt worden ist. Ganz herzlichen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben, dass das in so kurzer Zeit gelingen konnte!

    Der Anfang ist also gemacht – die beiden Krippengruppen sind schon im Werden, auch wenn noch nichts zu sehen ist. Erst müssen die bisherigen Planungen genehmigt sein, dann beginnen die konkreten Bauplanungen und natürlich
    die Bauausführungen. Wenn es in die konkrete Phase geht, werden wir im Gemeindegruß darüber informieren, was sich in den Kindergärten Mauerstraße und Wietkamp Strolche verändern wird. Die Bauphase wird sicher für Eltern,
    Kinder, Handwerker und vor allem für die Erzieherinnen eine ganz besondere Herausforderung werden, schließlich müssen die Umbauten bei laufendem Kindergartenbetrieb erfolgen… Aber ich bin sicher, wir werden die Herausforderungen meistern – wie schon vor zwei Jahren bei der Sanierung des Kindergartens Mauerstraße.

  • Säen, ernten, aufessen

    Wenn Sie mittags in den Kindergarten Mauerstraße kommen, können Sie sich ihm nicht entziehen, diesem wunderbaren Duft, der nach zuhause riecht und Appetit macht. Er zieht durch das Haus und das ist ausdrücklich so gewollt.Kindergartenküche Mauerstrasse

    Irgendwann im Laufe des Vormittages ist fast unbemerkt, wie selbstverständlich, Leben in die Küche im Kindergarten eingezogen. Frische Lebensmittel werden hereingetragen,  Vorratsschränke befüllt, Kühlraum geöffnet und geschlossen. Da ist Frau Bardenhorst! Sie hat  gerade ihre Köchinnen-Mütze aufgesetzt. Gleich nimmt der Küchenbetrieb Fahrt auf. Kinder schauen neugierig um die Ecke. Sie wollen sehen, was hier passiert. „Was machst Du da, Judith?“ „Was kochst Du heute?“ „Darf ich mithelfen?“ Das Gespräch ist eröffnet und schließlich sitzt ein „Unterstützerteam“ am Küchentisch: Gemüse wird fachmännisch geputzt, Paprika und Karotten werden gekonnt geschnitten, Teig wird gewissenhaft ausgerollt. Sie finden alle ihren Platz. Auch der kleine Junge, der einfach nur dabei sein und zusehen möchte, was die Großen machen. Gemeinsam Essen zu kochen, das macht eben Spaß! So kann jeden Tag mitten im Kindergartenbetrieb in der Küche eine kleine Lern- und Arbeitsgemeinschaft entstehen. 

    Ich stelle mir vor, wie interessant es für die Kinder sein könnte zu wissen, wo das Gemüse  erkommt, dass sie gerade für das Mittagessen verarbeiten. Nein, das Gemüse ist nicht im Supermarkt in der Gemüseabteilung gewachsen. Die Kinder haben gesehen, wie das kleine  Samenkorn, der kleine Setzling dort im Garten in die Erde gelegt oder gepflanzt worden ist, wo jetzt die Karotten, die Zucchini und die Kartoffeln wachsen. Ich stelle mir vor, dass es eine wichtige Erfahrung für die Kinder ist, dass viel Kenntnis und Arbeit nötig sind, bevor geerntet werden kann. Wer davon weiß, wird ein anderes Verhältnis zu Nahrungsmitteln entwickeln und  sie nicht unbedacht wegwerfen.

    In diesem Garten könnten Obst und Gemüse angebaut werden, das in unseren Kindergärten für das Mittagessen gebraucht wird. So ganz nebenbei würde den Kindern vielleicht auffallen, dass Erdbeeren nicht das ganze Jahr verfügbar sind und ein Zusammenhang besteht zwischen der Ernte im Garten und den Gerichten, die Judith Bardenhorst im Kindergarten kocht.  Vielleicht wird im Garten mehr geerntet, als die Kinder essen. Dann kann geteilt und frisches Gemüse an den Brotkorb in Schüttorf abgegeben werden.

    Zum Thema „Essen“ gehört mehr als die Zubereitung von Speisen. Gemüse und Kartoffeln müssen gesät und gesetzt, Obstbäume müssen gepflanzt werden. Und Ernten kann schließlich nur, wer sich in der Wachstumszeit um das Gesäte und Angepflanzte kümmert. Wie das genau geht, wann welches Gemüse angebaut werden muss, in welchem Abstand die Setzlinge stehen und wie Obstbäume beschnitten werden, dieses Wissen war früher in den Familien selbstverständlich vorhanden, weil es für deren Überleben wichtig war. Heute ist das anders. Die meisten Familien haben keinen eigenen Nutzgarten mehr. Da wäre es doch klasse, wenn Frauen und Männer, die noch wissen, wie ein Garten bewirtschaftet wird, dieses Wissen an Kinder und Jugendliche in der Praxis weitergeben.Garten Die Kirchengemeinde könnte ein  Gartengrundstück bereitstellen. Wer von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, würde denn in einem Team mitmachen, das einen Garten anlegt und bewirtschaftet, dessen Ernte im  Kindergarten Mauerstraße zu Mittagessen verarbeitet oder an den Brotkorb geliefert wird? Wer würde mitmachen, einen Garten zu gestalten, in dem junge und ältere Menschen zusammen
    sehen und lernen können, wie in einem Nutzgarten gearbeitet wird? 

    Ohne Menschen, die mitmachen, lässt sich ein solches Projekt natürlich nicht verwirklichen. Wenn viele dabei sind, könnten wir breiter ansetzen. Aber wir könnten auch mit einem kleinen Beet anfangen. Das Projekt muss schließlich Spaß machen und es darf für die, die mitmachen, nicht „in Arbeit ausarten“. Der Zeitaufwand sollte überschaubar bleiben. Mit den Interessierten würde ich einen Termin absprechen. Dort würden wir alles Weitere besprechen. Rufen Sie mich an, wenn sie sich vorstellen können mitzumachen oder wenn Sie noch Fragen haben
    (Tel.: 6277). Ich freue mich über Ihren Anruf!

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